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Epilepsie

Epilepsie erkennen und Anfälle gezielt behandeln

Epilepsie ist eine Erkrankung des Gehirns, bei der es zu wiederkehrenden epileptischen Anfällen kommen kann. Die Anfälle entstehen durch vorübergehende Störungen der elektrischen Aktivität im Gehirn. Sie können sich sehr unterschiedlich äußern, beispielsweise durch Bewusstseinsstörungen, unkontrollierte Bewegungen oder kurze Aussetzer der Aufmerksamkeit. Epilepsie kann in jedem Lebensalter auftreten. Mit einer gezielten Diagnostik und individuell angepassten Therapien lässt sich die Erkrankung in vielen Fällen gut behandeln.

Ursachen & Symptome

Epilepsie kann unterschiedliche Ursachen haben. In manchen Fällen liegt eine strukturelle Veränderung des Gehirns vor, zum Beispiel nach einem Schlaganfall, einer Kopfverletzung oder einer Entzündung des Gehirns. Auch genetische Faktoren können eine Rolle spielen. Bei vielen Betroffenen lässt sich jedoch keine eindeutige Ursache feststellen. Diese Form wird als idiopathische Epilepsie bezeichnet.

Die Symptome eines epileptischen Anfalls können sehr unterschiedlich sein. Manche Anfälle gehen mit Bewusstlosigkeit und krampfartigen Bewegungen des Körpers einher. Andere zeigen sich durch kurze Bewusstseinsaussetzer, ungewöhnliche Bewegungen oder Wahrnehmungsstörungen. Manche Patienten berichten auch über ungewöhnliche Empfindungen oder ein plötzliches Gefühl der Verwirrung. Nach einem Anfall kann eine Phase der Erschöpfung oder Orientierungslosigkeit auftreten.

Bei erstmaligem Auftreten eines epileptischen Anfalls sollte immer eine ärztliche Abklärung erfolgen. Auch Veränderungen der Anfallshäufigkeit oder der Anfallsform sollten zeitnah medizinisch überprüft werden. Die regelmäßige Einnahme der verordneten Medikamente ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung. Betroffene sollten außerdem mögliche individuelle Auslöser für Anfälle kennen und nach Möglichkeit vermeiden.

Vorsorge

Eine gezielte Vorsorge zur Verhinderung von Epilepsie ist meist nicht möglich. Allerdings können bestimmte Risikofaktoren reduziert werden, beispielsweise durch die konsequente Behandlung von Erkrankungen des Gehirns oder durch Schutzmaßnahmen bei sportlichen Aktivitäten zur Vermeidung von Kopfverletzungen. Bei Menschen mit bekannter Epilepsie kann eine regelmäßige Einnahme der verordneten Medikamente helfen, weitere Anfälle zu verhindern. Auch ausreichend Schlaf und die Vermeidung individueller Auslöser können das Risiko für Anfälle reduzieren.

Abklärung

Bei Verdacht auf Epilepsie erfolgt zunächst eine ausführliche Anamnese, bei der die Symptome und der Ablauf möglicher Anfälle genau besprochen werden. Anschließend werden neurologische Untersuchungen durchgeführt. Eine wichtige Untersuchung ist das Elektroenzephalogramm (EEG), bei dem die elektrische Aktivität des Gehirns gemessen wird. Bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomographie des Gehirns helfen dabei, mögliche strukturelle Ursachen zu erkennen. Ergänzend können Blutuntersuchungen oder weitere neurologische Tests erforderlich sein.

Behandlung

Die Behandlung der Epilepsie richtet sich nach der Art der Anfälle und der zugrunde liegenden Ursache. In vielen Fällen erfolgt die Therapie zunächst medikamentös mit sogenannten Antiepileptika, die die Erregbarkeit der Nervenzellen im Gehirn reduzieren. Ziel der Behandlung ist es, Anfälle möglichst vollständig zu verhindern. Wenn Medikamente nicht ausreichend wirken, können in bestimmten Fällen weitere Therapieoptionen in Betracht gezogen werden. Dazu gehören beispielsweise neurochirurgische Eingriffe oder spezielle Stimulationsverfahren. Die Behandlung wird individuell geplant und regelmäßig überprüft.

Nachsorge

Die Nachsorge bei Epilepsie umfasst regelmäßige neurologische Kontrollen und die Anpassung der medikamentösen Therapie. Ziel ist es, eine möglichst gute Anfallskontrolle zu erreichen und Nebenwirkungen der Behandlung zu vermeiden. Dabei werden unter anderem Anfallshäufigkeit, Medikamentenwirkung und mögliche Auslöser besprochen. Auch Beratung zu Alltag, Beruf und Lebensführung kann Teil der Betreuung sein. Eine kontinuierliche medizinische Begleitung hilft dabei, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

ICD-10-Codes

G40 – Epilepsie

Zuständige Fachbereiche