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ERCP (Spiegelung der Gallen- und Pankreasgänge)

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Oberärztin Endoskopische Interventionen (ERCP/EUS)

Dr. Samira Ndlovu

Gezielte Therapie bei Erkrankungen der Gallen- und Pankreasgänge

Die endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie, kurz ERCP, verbindet Endoskopie und Röntgendiagnostik. Über ein flexibles Endoskop werden die Gallen- und Bauchspeicheldrüsengänge dargestellt und bei Bedarf direkt behandelt. Häufig können Steine entfernt oder Engstellen erweitert werden, ohne dass eine Operation notwendig ist. Die ERCP ist ein etabliertes Verfahren mit hoher therapeutischer Bedeutung. Ziel ist es, den gestörten Abfluss von Galle oder Bauchspeicheldrüsensekret wiederherzustellen.

Bei welchen Indikationen findet der Eingriff statt?

Wie läuft die Vorbereitung auf den Eingriff ab?

Vor der Untersuchung müssen Sie in der Regel mindestens 6 Stunden nüchtern bleiben. Blutverdünnende Medikamente werden vorab ärztlich abgestimmt. Informieren Sie uns bitte über Allergien, Vorerkrankungen oder bekannte Kontrastmittelreaktionen. Vor dem Eingriff erfolgt ein ausführliches Aufklärungsgespräch. Da die Untersuchung meist unter Sedierung durchgeführt wird, organisieren Sie bitte eine Begleitperson für den Heimweg.

Wie ist der Ablauf des Eingriffs?

Die ERCP erfolgt in Seitenlage unter Sedierung. Das Endoskop wird über den Mund bis in den Zwölffingerdarm vorgeschoben. Dort wird die gemeinsame Mündung der Gallen- und Pankreasgänge aufgesucht und mit einem feinen Instrument sondiert. Kontrastmittel ermöglicht die Darstellung im Röntgenbild. Je nach Befund können Steine entfernt, Engstellen erweitert oder kleine Röhrchen (Stents) eingesetzt werden.

Dauer

Die Untersuchung dauert in der Regel 20 bis 45 Minuten, abhängig vom Befund und der notwendigen Therapie.

Narkose

Der Eingriff erfolgt in der Regel in Sedierung (Dämmerschlaf), seltener in Vollnarkose.

Drainagen

Eine Drainage ist in der Regel nicht erforderlich; bei Bedarf können während des Eingriffs Stents oder Drainagen in den Gallengängen eingelegt werden.

Hautfäden

Nicht erforderlich, da kein äußerer Schnitt erfolgt.

Stationärer Aufenthalt

Der stationäre Aufenthalt beträgt meist etwa 1 bis 3 Tage, abhängig vom Befund und weiteren Maßnahmen.

Postoperativ

Nach dem Eingriff bleiben Sie zur Überwachung von Kreislauf, Schmerzen und Laborwerten unter ärztlicher Kontrolle.

Verträglichkeit

Die ERCP ist ein bewährtes Verfahren, jedoch komplexer als eine reine Spiegelungsuntersuchung und erfordert sorgfältige Überwachung.

Wie läuft die Nachsorge ab?

Nach der Untersuchung bleiben Sie zunächst nüchtern, bis Schluckreflex und Kreislauf stabil sind. Laborwerte werden kontrolliert, um mögliche Komplikationen frühzeitig zu erkennen. Bei eingesetztem Stent erfolgen geplante Kontrolluntersuchungen. Beschwerden wie zunehmende Bauchschmerzen, Fieber oder Gelbsucht sollten umgehend ärztlich abgeklärt werden. Die weitere Therapie richtet sich nach der zugrunde liegenden Erkrankung.

Was sind die Risiken des Eingriffs?

Zu den häufigeren Komplikationen zählt eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Post-ERCP-Pankreatitis). Zudem können Blutungen, Infektionen der Gallenwege oder sehr selten Verletzungen des Darms auftreten. Sedierungsmedikamente können Kreislauf- oder Atemreaktionen verursachen. Insgesamt wird der Eingriff unter kontinuierlicher Überwachung durchgeführt, um Risiken frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.