116 117
112
+49 30 223 1128
+49 30 223 3753
+49 180 5868 222 111
+49 800 228 228 0

WPW-Syndrom (Herzrhythmusstörung mit Zusatzleitung)

Zusätzliche Leitungsbahn im Herzen erkennen und gezielt behandeln

Beim Wolff-Parkinson-White-Syndrom (WPW-Syndrom) besteht eine zusätzliche elektrische Verbindung zwischen Vorhof und Herzkammer. Diese sogenannte Zusatzleitung kann dazu führen, dass elektrische Impulse im Herzen ungewöhnlich schnell weitergeleitet werden. Dadurch kann es zu Episoden von Herzrasen kommen. Die Herzrhythmusstörung tritt häufig plötzlich auf und endet oft ebenso abrupt. Eine genaue kardiologische Diagnostik hilft, die Störung sicher zu erkennen und geeignete Behandlungsoptionen zu planen.

Ursachen & Symptome

Das WPW-Syndrom entsteht durch eine angeborene zusätzliche elektrische Leitungsbahn im Herzen. Diese Verbindung ermöglicht es elektrischen Signalen, den normalen Weg über den AV-Knoten zu umgehen. Dadurch können sich elektrische Erregungen im Herzen im Kreis ausbreiten und zu schnellen Herzrhythmen führen. Die Störung besteht meist bereits seit der Geburt, wird jedoch oft erst später bemerkt.

Typische Beschwerden sind plötzlich einsetzendes Herzrasen oder Herzklopfen. Während eines Anfalls kann der Herzschlag deutlich beschleunigt sein. Manche Betroffene verspüren zusätzlich Schwindel, Kurzatmigkeit oder ein Druckgefühl im Brustkorb. In seltenen Fällen können auch Kreislaufbeschwerden oder Ohnmacht auftreten.

Wiederkehrendes oder plötzlich auftretendes Herzrasen sollte immer medizinisch abgeklärt werden. Auch wenn die Beschwerden nur kurzzeitig auftreten, kann eine Untersuchung sinnvoll sein. Eine genaue Diagnose hilft, die Ursache der Rhythmusstörung zu erkennen. Bei starken Beschwerden wie Schwindel oder Bewusstseinsverlust sollte sofort ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

Vorsorge

Da das WPW-Syndrom meist angeboren ist, gibt es keine gezielte Vorbeugung gegen das Auftreten der Zusatzleitung. Dennoch kann eine frühzeitige medizinische Abklärung bei wiederkehrendem Herzrasen sinnvoll sein. Regelmäßige kardiologische Kontrollen können helfen, den Herzrhythmus zu beobachten. Bei bekannten Herzrhythmusstörungen kann eine individuelle Beratung zur Belastung im Alltag oder beim Sport erfolgen. Ziel ist es, mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen.

Abklärung

Die Diagnose des WPW-Syndroms erfolgt meist durch Untersuchungen des Herzrhythmus. Ein Elektrokardiogramm (EKG) kann typische Veränderungen zeigen, die auf eine zusätzliche Leitungsbahn hinweisen. Auch Langzeit-EKG-Untersuchungen können hilfreich sein, um wiederkehrende Rhythmusstörungen zu dokumentieren. In manchen Fällen wird eine elektrophysiologische Untersuchung durchgeführt, um die genaue Lage der Zusatzleitung zu bestimmen. Diese Untersuchung hilft auch bei der Planung einer möglichen Therapie.

Behandlung

Die Behandlung des WPW-Syndroms richtet sich nach der Häufigkeit und Schwere der Beschwerden. In manchen Fällen sind zunächst regelmäßige Kontrollen ausreichend. Bei wiederkehrenden Herzrhythmusstörungen können Medikamente eingesetzt werden, um den Herzrhythmus zu stabilisieren. Eine häufig angewendete Behandlung ist die Katheterablation. Dabei wird die zusätzliche Leitungsbahn im Herzen gezielt verödet, um die Ursache der Rhythmusstörung zu beseitigen.

Nachsorge

Nach einer Behandlung des WPW-Syndroms erfolgen regelmäßige kardiologische Kontrollen. Dabei wird überprüft, ob der Herzrhythmus stabil geblieben ist. Nach einer erfolgreichen Katheterablation sind Rückfälle selten, dennoch können Kontrolluntersuchungen sinnvoll sein. Bei medikamentöser Therapie wird der Herzrhythmus regelmäßig überwacht. Ziel der Nachsorge ist es, langfristig einen stabilen Herzrhythmus zu gewährleisten.

ICD-10-Codes

I45.6 – Präexzitationssyndrom