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Liquordiagnostik (Nervenwasser-Untersuchung)

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Chefärztin Neurologie

Prof. Dr. Helena Krüger

Ein Blick ins Nervenwasser – wichtige Hinweise für die neurologische Diagnostik

Bei der Liquordiagnostik wird das sogenannte Nervenwasser untersucht, das Gehirn und Rückenmark umgibt. Die Probe wird in der Regel durch eine Lumbalpunktion im Bereich der unteren Wirbelsäule gewonnen. Anschließend analysiert das Labor verschiedene Bestandteile wie Zellen, Eiweiße, Antikörper und Krankheitserreger. Die Ergebnisse liefern wichtige Hinweise auf Entzündungen, Infektionen oder andere Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Die Untersuchung ist ein wichtiger Bestandteil der neurologischen Diagnostik.

In welchen Fällen wird die Untersuchung vorgenommen?

Eine Liquordiagnostik wird durchgeführt, wenn der Verdacht auf Erkrankungen des Gehirns oder Rückenmarks besteht. Typische Indikationen sind beispielsweise eine Meningitis (Hirnhautentzündung), Enzephalitis (Gehirnentzündung) oder Multiple Sklerose. Auch bei unklaren neurologischen Symptomen wie anhaltenden Kopfschmerzen, Lähmungen oder Bewusstseinsstörungen kann die Untersuchung wichtige Hinweise liefern. Darüber hinaus wird sie bei bestimmten Tumorerkrankungen oder Autoimmunerkrankungen des Nervensystems eingesetzt. Die Liquordiagnostik hilft dabei, die genaue Ursache der Beschwerden zu klären und eine passende Therapie einzuleiten.

Wie ist der Ablauf der Untersuchung?

Die Liquordiagnostik beginnt mit der Entnahme von Nervenwasser durch eine sogenannte Lumbalpunktion. Dabei wird eine dünne Nadel im unteren Bereich der Wirbelsäule zwischen zwei Wirbelkörpern eingeführt. Aus dem Liquorraum wird eine kleine Menge Nervenwasser entnommen, die anschließend im Labor untersucht wird. Während der Entnahme liegen Patientinnen und Patienten meist in Seitenlage oder sitzen leicht nach vorne gebeugt. Der Eingriff dauert in der Regel nur wenige Minuten und erfolgt unter sterilen Bedingungen.

Dauer der Untersuchung

Die Entnahme des Nervenwassers dauert etwa 10 bis 20 Minuten; erste Laborergebnisse liegen meist noch am selben Tag vor, während spezielle Untersuchungen einige Tage in Anspruch nehmen können.

Was ist zu beachten?

Vor der Liquordiagnostik ist in der Regel keine besondere Vorbereitung erforderlich. Patientinnen und Patienten sollten ihre Ärztinnen und Ärzte jedoch über die Einnahme von Blutverdünnern oder anderen Medikamenten informieren. Nach der Untersuchung wird meist empfohlen, einige Stunden ruhig zu liegen und ausreichend zu trinken. Körperliche Anstrengung sollte am Untersuchungstag möglichst vermieden werden. Gelegentlich kann es zu vorübergehenden Kopfschmerzen kommen, die meist innerhalb kurzer Zeit wieder abklingen.

Wer ist an der Behandlung beteiligt?