Zystektomie (operative Entfernung der Harnblase)

Dr. Ibrahim Hassan
Umfassende chirurgische Behandlung bei fortgeschrittenem Blasenkrebs
Die Zystektomie ist ein operativer Eingriff zur vollständigen Entfernung der Harnblase, meist bei einem muskelinvasiven Harnblasenkarzinom. Dabei werden neben der Blase häufig auch umliegende Lymphknoten entfernt, um eine mögliche Ausbreitung des Tumors zu beurteilen. Beim Mann werden zusätzlich meist Prostata und Samenblasen entfernt, bei Frauen können je nach Situation Gebärmutter, Teile der Scheide oder Eierstöcke betroffen sein. Da die Harnblase entfernt wird, muss während der Operation eine neue Form der Harnableitung geschaffen werden. Dies kann beispielsweise über eine künstliche Harnableitung oder eine Ersatzblase erfolgen. Ziel des Eingriffs ist die vollständige Entfernung des Tumors und eine möglichst langfristige Kontrolle der Erkrankung.
Bei welchen Indikationen findet der Eingriff statt?
Wie läuft die Vorbereitung auf den Eingriff ab?
Vor der Zystektomie erfolgen umfassende Untersuchungen zur genauen Beurteilung der Erkrankung. Dazu gehören bildgebende Verfahren wie CT oder MRT, Blutuntersuchungen sowie eine Bewertung der allgemeinen körperlichen Belastbarkeit. In einem ausführlichen Gespräch wird die geplante Harnableitung erklärt und gemeinsam mit dem Patienten die passende Methode ausgewählt. Zusätzlich erfolgt eine Aufklärung über den operativen Ablauf sowie die Narkose. Vor der Operation wird der Patient stationär aufgenommen und auf den Eingriff vorbereitet.
Wie ist der Ablauf des Eingriffs?
Die Operation erfolgt in Vollnarkose über einen operativen Zugang im Bauchraum oder minimalinvasiv über mehrere kleine Schnitte. Zunächst werden die Harnblase und die umliegenden Lymphknoten entfernt. Anschließend wird eine neue Harnableitung geschaffen, beispielsweise über ein Darmsegment, das den Urin aus den Harnleitern ableitet. Je nach Methode kann eine sogenannte Ersatzblase oder ein Stoma angelegt werden. Nach sorgfältiger Kontrolle der Operationsregion wird der Eingriff beendet und der Patient auf die Überwachungsstation verlegt.
Dauer
Narkose
Drainagen
Hautfäden
Stationärer Aufenthalt
Postoperativ
Verträglichkeit
Wie läuft die Nachsorge ab?
Nach der Entlassung erfolgen regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim behandelnden Urologen. Dabei werden Wundheilung, Nierenfunktion und die Funktion der Harnableitung überprüft. Patienten erhalten außerdem eine Anleitung zum Umgang mit der neuen Harnableitung oder der Ersatzblase. In den ersten Wochen nach der Operation sollte körperliche Schonung eingehalten werden. Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen dienen auch der langfristigen Tumorkontrolle.
Was sind die Risiken des Eingriffs?
Wie bei jeder größeren Operation können auch bei der Zystektomie Komplikationen auftreten. Dazu gehören Nachblutungen, Infektionen oder Wundheilungsstörungen. Auch Probleme im Bereich der Harnableitung oder des Darms können auftreten. In seltenen Fällen können Verletzungen benachbarter Organe entstehen. Durch sorgfältige Operationsplanung und engmaschige Nachsorge lassen sich viele Risiken jedoch gut kontrollieren.