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Leistenhernie (Leistenbruch)

Wenn sich eine Schwachstelle in der Leiste bemerkbar macht

Die Leistenhernie gehört zu den häufigsten chirurgischen Erkrankungen der Bauchwand. Durch eine Schwäche im Gewebe der Leistenregion entsteht eine Lücke, durch die sich Bauchinhalt vorwölben kann. Typisch ist eine sichtbare oder tastbare Schwellung in der Leiste, die besonders beim Husten oder Pressen auffällt. Häufig treten zusätzlich ein Ziehen oder Schmerzen in der Leistenregion auf. Eine frühzeitige ärztliche Abklärung hilft, Beschwerden zu lindern und mögliche Komplikationen zu vermeiden.

Ursachen & Symptome

Eine Leistenhernie entsteht durch eine Schwachstelle der Bauchwand im Bereich des Leistenkanals. Diese kann angeboren sein oder sich durch altersbedingte Gewebeschwäche, körperliche Belastung, Übergewicht oder häufiges starkes Pressen entwickeln.

Typische Symptome der Leistenhernie sind eine sichtbare oder tastbare Vorwölbung in der Leiste sowie ein ziehendes oder drückendes Gefühl in diesem Bereich. Die Beschwerden können beim Husten, Heben oder längeren Stehen stärker werden. In manchen Fällen kann die Vorwölbung im Liegen wieder verschwinden.

Eine Leistenhernie sollte ärztlich beurteilt werden, auch wenn zunächst nur leichte Beschwerden bestehen. In seltenen Fällen kann sich eingeklemmter Darm im Bruchsack befinden. Dies kann zu starken Schmerzen, Übelkeit und einer akuten Notfallsituation führen. Bei plötzlich starken Beschwerden in der Leiste sollte daher umgehend eine medizinische Abklärung erfolgen.

Vorsorge

Eine sichere Vorsorge zur Vermeidung einer Leistenhernie gibt es nicht, da häufig eine angeborene oder altersbedingte Gewebeschwäche zugrunde liegt. Dennoch kann eine stabile Bauchmuskulatur helfen, die Bauchwand zu unterstützen. Auch das Vermeiden von starkem Pressen, etwa bei chronischer Verstopfung, kann das Risiko reduzieren. Bei ersten Anzeichen einer Vorwölbung in der Leiste sollte eine ärztliche Untersuchung erfolgen.

Abklärung

Die Diagnose einer Leistenhernie erfolgt meist durch eine körperliche Untersuchung. Dabei wird die Leistenregion im Stehen und Liegen abgetastet, häufig auch unter Husten oder Pressen. In vielen Fällen lässt sich die Hernie so bereits sicher erkennen. Bei unklaren Befunden kann ergänzend eine Ultraschalluntersuchung der Leiste durchgeführt werden.

Behandlung

Die Behandlung einer Leistenhernie erfolgt in der Regel operativ, da sich die Schwachstelle der Bauchwand nicht von selbst zurückbildet. Ziel der Operation ist es, die Bruchlücke zu verschließen und die Bauchwand zu stabilisieren. Dies geschieht häufig durch eine minimalinvasive Operation oder durch ein offenes Verfahren mit Verstärkung durch ein Kunststoffnetz. Die Wahl der Methode richtet sich nach Größe der Hernie, Beschwerden und individuellen Faktoren.

Nachsorge

Nach der Behandlung einer Leistenhernie erfolgt eine ärztliche Kontrolle des Heilungsverlaufs. Körperliche Schonung und das Vermeiden schwerer Belastung sind in den ersten Wochen wichtig, damit die Bauchwand gut verheilen kann. Leichte Alltagsaktivitäten sind meist früh wieder möglich. Schrittweise kann die körperliche Belastung anschließend wieder gesteigert werden.

ICD-10-Codes

K40 – Leistenhernie