Kapillarmikroskopie

Miriam Scholz
Früher Blick auf feinste Gefäßveränderungen
Die Kapillarmikroskopie ist ein spezielles mikroskopisches Verfahren zur Beurteilung der kleinsten Blutgefäße, der sogenannten Kapillaren, im Bereich des Nagelfalzes. Veränderungen dieser Gefäße können Hinweise auf Durchblutungsstörungen oder systemische Erkrankungen wie Kollagenosen geben. Besonders bei unklaren Gefäßsymptomen liefert die Untersuchung wertvolle Zusatzinformationen. Sie ist nicht invasiv, schmerzfrei und ohne Strahlenbelastung. Die Kapillarmikroskopie wird häufig in der Rheumatologie und Inneren Medizin eingesetzt.
In welchen Fällen wird die Untersuchung vorgenommen?
Die Kapillarmikroskopie wird insbesondere bei Verdacht auf ein Raynaud-Syndrom durchgeführt. Sie dient der Abklärung von Kollagenosen wie systemischer Sklerose, Lupus erythematodes oder Mischkollagenosen. Auch bei unklaren Durchblutungsstörungen der Finger, Hautveränderungen oder Verdacht auf eine Mikroangiopathie kann die Untersuchung sinnvoll sein. In spezialisierten Sprechstunden, etwa der Rheuma-Sprechstunde oder Gefäßsprechstunde, wird sie gezielt zur Differenzierung zwischen primärem und sekundärem Raynaud-Syndrom eingesetzt. Die Ergebnisse unterstützen die weitere Therapieplanung und Verlaufskontrolle.
Wie ist der Ablauf der Untersuchung?
Die Untersuchung erfolgt im Sitzen bei entspannter Handhaltung. Auf den Nagelfalz wird ein Tropfen Öl aufgetragen, um die Haut durchsichtig zu machen und die Gefäße besser sichtbar darzustellen. Anschließend betrachtet die Ärztin oder der Arzt die Kapillaren mithilfe eines speziellen Mikroskops oder Videomikroskops. Die Untersuchung ist vollkommen schmerzfrei und nicht belastend. Patientinnen und Patienten spüren lediglich die leichte Berührung des Geräts auf der Haut.
Dauer der Untersuchung
Kontrastmittel
Strahlungsbelastung
Lage
Was ist zu beachten?
Vor der Untersuchung sollten die Hände warm sein, da Kälte die Gefäße verengen kann. Etwa zwei Stunden vorher sollte nicht geraucht werden, da Nikotin die Durchblutung beeinflusst. Auf Nagellack oder künstliche Nägel sollte verzichtet werden. Eine spezielle Nachsorge ist nicht erforderlich, und der gewohnte Alltag kann unmittelbar fortgesetzt werden. Medikamente können in der Regel wie gewohnt eingenommen werden, sofern nichts anderes vereinbart wurde.