116 117
112
+49 30 223 1128
+49 30 223 3753
+49 180 5868 222 111
+49 800 228 228 0

Autoimmunerkrankungen

Wenn das Immunsystem den eigenen Körper angreift 

Autoimmunerkrankungen sind Erkrankungen, bei denen das Immunsystem körpereigene Zellen und Gewebe als fremd erkennt und angreift. Dadurch entstehen chronische Entzündungen, die unterschiedliche Organe oder Körpersysteme betreffen können. Zu den bekannten Autoimmunerkrankungen gehören unter anderem rheumatische Erkrankungen, bestimmte Schilddrüsenerkrankungen oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen. Die Beschwerden können je nach betroffenen Organen sehr unterschiedlich ausfallen. Eine frühzeitige Diagnose und gezielte Behandlung können helfen, Entzündungen zu kontrollieren und Folgeschäden zu vermeiden.

Ursachen & Symptome

Die genauen Ursachen von Autoimmunerkrankungen sind noch nicht vollständig geklärt. Man geht davon aus, dass eine Kombination aus genetischer Veranlagung und Umweltfaktoren eine Rolle spielt. Infektionen, hormonelle Einflüsse oder bestimmte Umweltfaktoren können das Immunsystem beeinflussen und eine Fehlreaktion auslösen. In vielen Fällen entwickeln sich Autoimmunerkrankungen über einen längeren Zeitraum.

Die Symptome können je nach betroffenen Organen sehr unterschiedlich sein. Häufig treten Müdigkeit, allgemeines Krankheitsgefühl oder wiederkehrende Entzündungen auf. Auch Schmerzen, Schwellungen, Hautveränderungen oder Funktionsstörungen bestimmter Organe können auftreten. Manche Erkrankungen verlaufen schubweise mit Phasen stärkerer Beschwerden und Zeiten mit weniger Symptomen.

Anhaltende Entzündungen oder wiederkehrende Beschwerden sollten medizinisch abgeklärt werden. Eine frühzeitige Diagnose kann helfen, Organschäden zu vermeiden. Viele Autoimmunerkrankungen lassen sich heute mit modernen Therapien gut kontrollieren. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Patientinnen und Patienten sowie dem behandelnden medizinischen Team ist dabei besonders wichtig.

Vorsorge

Eine gezielte Vorbeugung gegen Autoimmunerkrankungen ist derzeit nur begrenzt möglich. Dennoch kann ein gesunder Lebensstil das Immunsystem unterstützen. Dazu gehören ausreichend Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und der Verzicht auf Rauchen. Auch eine gute Behandlung bestehender Erkrankungen kann helfen, das Immunsystem zu stabilisieren. Bei wiederkehrenden oder unklaren Beschwerden sollte eine medizinische Abklärung erfolgen.

Abklärung

Die Diagnose von Autoimmunerkrankungen erfolgt meist schrittweise. Zunächst werden Beschwerden, Krankengeschichte und mögliche Risikofaktoren besprochen. Blutuntersuchungen können bestimmte Antikörper oder Entzündungswerte nachweisen. Je nach vermuteter Erkrankung können zusätzlich bildgebende Verfahren oder spezielle Funktionsuntersuchungen notwendig sein. Ziel der Diagnostik ist es, die genaue Erkrankung zu identifizieren und den Schweregrad einzuschätzen.

Behandlung

Die Behandlung von Autoimmunerkrankungen zielt darauf ab, die überaktive Immunreaktion zu kontrollieren. Häufig kommen Medikamente zum Einsatz, die Entzündungen reduzieren oder das Immunsystem regulieren. Je nach Erkrankung können auch spezielle immunmodulierende Therapien eingesetzt werden. Zusätzlich können unterstützende Maßnahmen helfen, Beschwerden zu lindern und die Organfunktion zu erhalten. Die Therapie wird individuell an die jeweilige Erkrankung und den Krankheitsverlauf angepasst.

Nachsorge

Autoimmunerkrankungen erfordern häufig eine langfristige medizinische Betreuung. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen helfen, die Krankheitsaktivität zu überwachen. Dabei werden unter anderem Blutwerte, Organfunktionen und mögliche Nebenwirkungen von Therapien überprüft. Je nach Verlauf können Behandlungen angepasst werden. Ziel der Nachsorge ist es, Krankheitsschübe frühzeitig zu erkennen und die Lebensqualität möglichst stabil zu halten.

ICD-10-Codes

M05–M06 – Rheumatoide Arthritis, E10 – Typ-1-Diabetes mellitus, K50–K51 – Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
bis
Es wurden keine Einträge gefunden.