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Pneumothorax (kollabierte Lunge)

Wenn Luft den Atem nimmt – Pneumothorax früh erkennen und sicher behandeln

Ein Pneumothorax bezeichnet den teilweisen oder vollständigen Kollaps einer Lunge durch Luft im sogenannten Pleuraspalt. Dieser Raum liegt zwischen der Lunge und der inneren Brustwand. Gelangt Luft dorthin, kann sich die Lunge beim Einatmen nicht mehr vollständig entfalten. Betroffene bemerken häufig plötzlich einsetzende Atemnot oder stechende Schmerzen im Brustkorb. Eine rasche Diagnose und passende Behandlung helfen, die normale Lungenfunktion wiederherzustellen.

Ursachen & Symptome

Ein Pneumothorax kann spontan entstehen oder durch äußere Einflüsse verursacht werden. Beim primären spontanen Pneumothorax reißt häufig eine kleine luftgefüllte Blase an der Oberfläche der Lunge. Beim sekundären Pneumothorax liegt meist eine bestehende Lungenerkrankung wie COPD oder ein Lungenemphysem zugrunde. Auch Verletzungen des Brustkorbs, Rippenbrüche, medizinische Eingriffe oder künstliche Beatmung können Luft in den Pleuraspalt gelangen lassen.

Typische Symptome eines Pneumothorax sind plötzlich einsetzende Atemnot und stechende Schmerzen im Brustkorb. Die Beschwerden treten häufig einseitig auf und können sich beim Einatmen oder Husten verstärken. Manche Betroffene verspüren zusätzlich ein Druckgefühl im Brustraum oder einen trockenen Hustenreiz. Bei größeren Pneumothoraces kann die Atmung deutlich erschwert sein und Kreislaufbeschwerden können auftreten.

Plötzlich auftretende Atemnot oder stechende Schmerzen im Brustkorb sollten immer medizinisch abgeklärt werden. Diese Beschwerden können auf einen Pneumothorax oder andere ernsthafte Erkrankungen hinweisen. Besonders bei zunehmender Atemnot oder Kreislaufproblemen sollte sofort ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Eine frühzeitige Diagnose verbessert die Behandlungsmöglichkeiten und kann Komplikationen vermeiden.

Vorsorge

Eine gezielte Vorsorge gegen einen Pneumothorax ist nur begrenzt möglich, da spontane Formen ohne Vorwarnzeichen auftreten können. Dennoch kann das Risiko durch das Vermeiden von Risikofaktoren wie Rauchen reduziert werden. Rauchen begünstigt die Entstehung von kleinen Lungenbläschen, die später reißen können. Menschen mit bestehenden Lungenerkrankungen sollten regelmäßige ärztliche Kontrollen wahrnehmen. Nach einem bereits erlittenen Pneumothorax kann eine individuelle Beratung helfen, ein erneutes Auftreten zu vermeiden.

Abklärung

Die Abklärung eines Pneumothorax beginnt mit einem ärztlichen Gespräch und einer körperlichen Untersuchung. Dabei achtet die Ärztin oder der Arzt unter anderem auf veränderte Atemgeräusche auf der betroffenen Seite. Zur Bestätigung der Diagnose wird meist eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs durchgeführt. In bestimmten Fällen kann zusätzlich eine Computertomographie notwendig sein, um die genaue Ausdehnung oder Ursache zu erkennen. Auch Ultraschalluntersuchungen können insbesondere in Notfallsituationen hilfreich sein.

Behandlung

Die Behandlung eines Pneumothorax richtet sich nach Größe, Ursache und Beschwerden. Kleine Pneumothoraces können unter ärztlicher Kontrolle manchmal von selbst abheilen. Wenn größere Luftansammlungen vorliegen, wird häufig eine Thoraxdrainage gelegt, über die die Luft aus dem Pleuraspalt abgeleitet wird. Dadurch kann sich die Lunge wieder entfalten. Bei wiederkehrenden Pneumothoraces kann ein minimalinvasiver operativer Eingriff sinnvoll sein, beispielsweise eine Thorakoskopie mit Pleurodese.

Nachsorge

Nach der Behandlung eines Pneumothorax erfolgen regelmäßige ärztliche Kontrollen. Dabei wird überprüft, ob sich die Lunge vollständig entfaltet hat. Bildgebende Untersuchungen können den Heilungsverlauf dokumentieren. In den ersten Wochen sollten starke körperliche Belastungen vermieden werden. Die behandelnden Ärztinnen und Ärzte geben individuelle Empfehlungen zur sicheren Rückkehr in Alltag, Sport oder Beruf.

ICD-10-Codes

J93 – Pneumothorax
bis
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